Wandern in memoriam

Vor über 40 Jahren haben der Vater und die Mutter zusammen mit ihren beiden Kindern die Bergwelt über Brandberg in Tirol bewandert und bewundert: Diesseits der Gerlosstein (2.166 m), der Torhelm (2.452 m) und der Brandberger Kolm (2.700 m). Und jenseits des Zillergrunds der Ahornkamm mit der Ahornspitze (2.973 m) vorneweg. Wie tief haben sich die damaligen Eindrücke wohl in den Synapsen verankert? Gibt es irgendetwas, das die Erinnerungen an die Wandertage in dieser Region nach all den Jahren wieder aufblitzen lässt? Oder ist die Erinnerung gänzlich verblasst, so wie die Diabilder von damals? Das sollte eine Wanderung zeigen, die 2018 an der Gerlossteinbahn an der Gerlossteinwand vorbei startete und über den Arbiskogel dem Panoramaweg 50 folgend bis nach Brandberg führte, wo die Familie seinerzeit im Gasthof Thanner einquartiert war.

Aufnahmedatum: 25. September 2018
Wanderroute: Vom Gerlosstein nach Brandberg
Kamera: Sony RX10 III

Eindrucksvoll war es auch dieses Mal wieder. Die meisten Eindrücke waren allerdings ganz neu. Nichts, was die Synapsen aufgrund von Erinne­run­gen zum Schwingen gebracht hat. Gut: Die Seilbahn wurde 1988 saniert. Und den Gerlos­stein-Klettersteig gab es 1977 noch nicht. Ebenso nicht den Skyliner am Arbiskogel. Sind wir die Strecke 1977 vielleicht gar nicht gewandert? Oder ist die Erinnerung daran nur verloren gegangen? Wie war das doch gleich mit den Erinnerungen? Man kann und sollte ihnen nicht trauen? Erst ganz zum Schluss der Wanderung, beim Abstieg zur Bushaltestelle Gh Thanner in Brandberg war ein Hauch an Erinnerung zu spüren: Beim Blick auf den schmalen Wiesenpfad hoch Richtung Brandberger Kolm wie auch beim Blick auf dessen charakteristische Kontur (Bilder 11 und 12). Nicht zu vergessen auch der höchst schmerzhafte Muskelkater nach dem damaligen Aufstieg zum Kolm und dem anschließenden Wiederabstieg.

Erinnerungen: Wie wir uns irren | Doku | ARTE
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